Ruderordnung der Rudergesellschaft Germania Kiel

A. Grundsätze

Das Rudern ist ein Mannschaftssport, der von allen Ruderinnen und Ruderern Disziplin, Toleranz, Pünktlichkeit und Hilfsbereitschaft im Umgang mit anderen Ruderinnen und Ruderern verlangt.

Das Bootsmaterial, das Bootshaus und andere Gegenstände der RG Germania sind die Grundlage der gesamten sportlichen Tätigkeit des Vereins. Sie sind daher von allen Mitgliedern und Gästen sorgfältig zu behandeln, um Schäden und Verluste zu vermeiden.

Diese Ruderordnung dient als verbindlicher Leitfaden gemäß § 5 Abs.4 Uabs.1 S.3 der Satzung RG Germania e.V., um die eben genannten Ziele zu verwirklichen und einen störungsfreien Ruderbetrieb zu gewährleisten.

B. Der Ruderausschuss

Der Ruderausschuss organisiert und überwacht den gesamten Ruderbetrieb der RG Germania.

Er wird in der Regel geleitet von dem dritten Vorsitzenden der RG Germania oder von dessen Beisitzer.
Die Leitung des Ruderausschusses beruft und entlässt folgende weitere Mitglieder des Ruderausschusses:

  • die Trainer der Regattagruppen mit einer gemeinsamen Stimme,
  • den Wanderruderwart mit einer Stimme,
  • die Bootswarte mit einer gemeinsamen Stimme,
  • ein Mitglied des Jugendvorstandes, das dieser selbst benennt, mit einer Stimme,
  • die Ausbilder, die selbständig Ausbildung oder freien Ruderbetrieb anbieten und leiten, mit einer gemeinsamen Stimme und
  • die Protektoren der angeschlossenen Schülerruderriegen ebenfalls mit einer gemeinsamen Stimme.

Der Ruderausschuss entscheidet mit der einfachen Abstimmungsmehrheit; bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme der Leitung des Ruderausschusses.

C. Die Ausbildung der Ruderinnen und Ruderer

I. Ausbildungsstand

Der Ruderausschuss teilt die aktiven Mitglieder einmal jährlich nach ihrem Ausbildungsstand in folgende Gruppen ein:

  • „A“ für Anfänger: Sie dürfen nur unter Aufsicht in Einern oder im Rahmen der Ausbildung Mannschaftsbooten rudern.
  • „F“ für fortgeschrittene Mitglieder: Sie dürfen an allen Fahrten unter Aufsicht eines Obmanns teilnehmen.
  • „S“ für fortgeschrittene Mitglieder mit Steuererlaubnis: Sie dürfen alleine rudern und als Obmann die Verantwortung für ein Mannschaftsboot übernehmen.
  • „V“ für volljährige, vollausgebildete Mitglieder: Sie dürfen Ausbildung und Wanderfahrten leiten.

Diejenigen Mitglieder, die fähig und geeignet sind, selbständig besonders ausgewiesene Rennboote zu fahren, werden zusätzlich mit einem „R“ gekennzeichnet. Ansonsten dürfen Rennboote nur unter besonderer Aufsicht oder im Rahmen der Regattavorbereitung gefahren werden.

Die jeweils gültige Aktivenliste wird zu Beginn der Rudersaison am  Fahrtenbuch ausgehängt. Neue Mitglieder und Anwärter sind in eine gesondert auszuhängende Liste einzutragen.

II. Ausbildungsbetrieb

Der Ruderausschuss organisiert gemeinsam mit dem Jugendvorstand die Ausbildung und legt dafür einen Wochenplan fest, der Ausbildung und sonstigen Ruderbetrieb aufeinander abstimmt.

III. Steuererlaubnis

Mitglieder der Gruppe „F“ sollen vom 16. Lebensjahr an bei ausreichender Erfahrung die Steuererlaubnisprüfung ablegen; die Steuererlaubnis wird nach erfolgreich bestandener Prüfung erteilt.
Die Prüfung für die Steuererlaubnis besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil und setzt folgendes voraus:

  • Kenntnisse der Ruderordnung sowie der Ruderbefehle des DRV und deren praktische Anwendung,
  • Kenntnisse der wichtigsten Bestimmungen des Schifffahrtsrechts (Vorfahrtsregeln, Signal- und Lichterführung, Betonnungssystem, Befahren des Nord-Ostsee-Kanals),
  • Kenntnisse über das Verhalten bei Bootsunfällen,
  • Aufgaben des Obmanns während des gesamten Ruderbetriebs sowie
  • Grundzüge der Bootskunde.

Die Prüfung wird von der Leitung des Ruderausschusses abgenommen. Dazu kann die Leitung des Ruderausschusses sich geeigneter und entsprechend befähigter Mitglieder der RG Germania oder anderer Rudervereine und –verbände bedienen. Mitglieder, die einen amtlichen Sportbootführerschein erworben haben, können mit Zustimmung des Ruderausschusses ihre Steuererlaubnis auch ohne Lehrgang und theoretische Prüfung erhalten.

D. Der Ruderbetrieb

I. Bootsbenutzung

Der Ruderausschuss legt vor der Rudersaison durch eine auszuhängende Bootsbenutzungsordnung fest, welche Boote für welche Zwecke zur Verfügung stehen. Die Boote dürfen grundsätzlich nur von aktiven Mitgliedern benutzt werden.

Jedes Boot soll nur mit dem zugeordneten Zubehör von einer vollständigen Mannschaft benutzt werden. Ein Kielschwein darf aus Gründen der Aufsichtspflicht in Gigbooten mitgenommen werden

Beim Klarmachen der Boote haben sich alle Mannschaften gegenseitig zu unterstützen.

Jede Fahrt ist vor Fahrtbeginn in das Fahrtenbuch einzutragen und nach der Rückkehr wieder auszutragen.

Fahrten dürfen nur nach Sonnenaufgang begonnen werden und müssen vor Sonnenuntergang beendet sein. Nach Sonnenuntergang dürfen nur noch Gig-Boote mit Steuermann benutzt werden. Jedes Boot muss eine ordnungsgemäße Beleuchtung (ungehinderte weiße Rundumleuchte mit einer Leuchtweite von mindestens 2 sm, Höhe mindestens 1 m über Dollbord) mit sich führen.
Jede Mannschaft muss das von ihr benutzte Boot bis zum Bootshaus oder dem vorgesehenen Zielort rudern. Wenn die Wetterlage oder andere wichtige Gründe dies nicht zulassen, entscheidet der Obmann, auf Wanderfahrten der Fahrtenleiter, wie und wo das Boot sicher unterzubringen und schnellstmöglich zum Bootshaus zurückzubringen ist. Dabei hat die gesamte Mannschaft mitzuhelfen.

Das wertvolle Bootsmaterial und Zubehör ist mit aller Vorsicht und Sorgfalt zu behandeln. Nach Beendigung jeder Fahrt hat die gesamte Mannschaft das Bootsmaterial gründlich zu reinigen und wieder an seinem Platz zu lagern. Jede Mannschaft trägt alle Beschädigungen, die sie an einem Boot vorfindet oder verursacht, in das Fahrtenbuch ein, soweit sie das Boot nicht sofort selbst reparieren kann. Bei größeren Schäden bringt die Mannschaft am Boot einen deutlich sichtbaren Hinweis auf den Schaden an, damit andere Mannschaften nicht mehr mit dem Boot rudern. Hat die Mannschaft den Schaden selbst verursacht, so hilft sie unter Anleitung des Bootswartes bei der Reparatur mit. Für vorsätzlich und grob fahrlässig verursachte Schäden haftet die betreffende Mannschaft persönlich.

Werden Boote an Ruderer anderer Vereine verliehen, so soll ein Vorstandsmitglied dieses Vereins schriftlich vor Antritt der Fahrt erklären, dass der Verein für sämtliche Schäden einschließlich der Reparaturnebenkosten haftet.

II. Rudern im Winter

Das Rudern auf der Förde und offenen Gewässern ist im Winterhalbjahr (Zeitraum zwischen Ab- und Anrudern oder bei Wassertemperaturen unter 10° C) wegen des hohen Risikos bei Unfällen in allen Rennbooten und Gig-Einern und –Zweiern, –Dreiern und Gig-Vierern ohne Steuermann nur in Begleitung eines Motorbootes gestattet. Bei allen Ausfahrten und auch im Motorboot muss ein Handy, wasserdicht verpackt, an Bord sein.

Die Personen im Motorboot haben immer (also auch zwischen An- und Abrudern) eine Rettungsweste zu tragen. Allen Aktiven wird nahe gelegt, Rettungswesten während des Ruderns zu tragen. Die RGK stellt einige Westen zur Verfügung. Private Rettungswesten sind zu bevorzugen.

III. Ruderkleidung

Ruderkleidung ist zweckmäßige Kleidung, die deutlich sichtbar mit dem Namen der RG Germania Kiel versehen ist. Vorherrschende Farben der Kleidung sind grün, weiß und dunkelblau. Sie wird vom Verein im Einvernehmen mit dem Ruderausschuss beschafft und an die Mitglieder weiter vertrieben.

Die Mitglieder des Ruderausschusses, die Fahrtenleiter und Obleute wirken darauf hin, dass Bootsmannschaften in einheitlicher Ruderkleidung auftreten.

IV. Trainingsbetrieb

Der Trainingsbetrieb ist als besonderes Ziel des Vereins zu fördern. Die Ausbilder achten darauf, ob ihnen Mitglieder für den Leistungssport geeignet erscheinen, und versuchen diese für den Regattabetrieb zu gewinnen.

Die Vorbereitung für Regatten erfolgt unter Anleitung und besonderer Aufsicht der Trainer.

Die Meldung zu Regatten nehmen die Trainer in Abstimmung mit der Leitung des Ruderausschusses vor.

V. Wanderfahrten

Alle mehrtägigen Fahrten sind Wanderfahrten.

Wanderfahrten mit Booten der RG Germania müssen frühzeitig vor Fahrtbeginn von der Leitung des Ruderausschusses oder dem Wanderruderwart genehmigt werden, um sicherzustellen, dass für alle Veranstaltungen der RG Germania ausreichend Boote zur Verfügung stehen.

Jede Wanderfahrt muss von einem Mitglied der Gruppe „V“ geleitet werden. Die Fahrtenleitung trägt die Verantwortung für die gesamte Fahrt. Sie entscheidet über die Bootseinteilung und benennt für jedes Boot einen Obmann.

Minderjährige müssen der Fahrtenleitung eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vorlegen.

Wanderfahrten dürfen nur in Küstennähe oder auf Binnengewässern stattfinden. Auf offenen Gewässern außerhalb unseres normalen Ruderreviers darf der Abstand zum Ufer niemals mehr  als 1 km betragen.

VI. Sonstiges Verhalten

Bei besonderen Veranstaltungen des Vereins solle alle Boote die Vereinsflagge führen.

Andere Sportboote sind im Rahmen des Üblichen durch den Steuermann zu grüßen.

Das Rauchen in Sportkleidung ist unsportlich und daher im Boot und auf dem Bootsplatz verboten.

E. Nutzungsordnung für die „Franz-Dlubatz-Halle“

Die Franz-Dlubatz-Halle dient allen aktiven Mitgliedern der RG Germania ausschließlich zu sportlichen Aktivitäten, insbesondere Ergo-Rudern und Krafttraining mit den angebotenen Geräten.

Jugendlichen Mitgliedern unter 18 Jahren ist die Benutzung von Hantel-, Zug- und Beinstoßgeräten nur unter Aufsicht ihrer Übungsleiter und Trainer oder nach ausführlicher Einweisung durch diese gestattet.

Für eine geordnete Nutzung der Halle wird über den Ruderausschuss ein Zeitplan erstellt, nach dem die in dem Plan aufgeführten Aktiven / Gruppen zu den eingetragenen Zeiten ein vorrangiges Nutzungsrecht haben.

Wünsche zur Hallennutzung und zu Nutzungszeiten nehmen der dritte Vorsitzende oder der Ruderausschuss entgegen. Außerhalb der im Nutzungsplan ausgehängten festgelegten Zeiten steht die Franz-Dlubatz-Halle allen Germanen offen.

Die Nutzer der Franz-Dlubatz-Halle haben dafür Sorge zu tragen,

  • dass bei ihren Übungen mit den Geräten im Hinblick auf im Bootshaus stattfindende Veranstaltungen und die dort wohnende Pächterfamilie eine mehr als nach den Umständen unvermeidbare Geräuschbelästigung sowie laute Musik unterbleibt,
  • dass nach Beendigung der sportlichen Aktivität die Halle in einem aufgeräumten und sauberen Zustand verlassen wird,
  • dass die Außentüren ordnungsgemäß verschlossen, die Heizung gedrosselt und die benutzte Beleuchtung wieder ausgeschaltet werden.

F. Schlussvorschriften

I. Zweifelsregelung

Über alle rudertechnischen Angelegenheiten, die in Satzung und Ruderordnung nicht geregelt sind, entscheidet der Ruderausschuss, soweit eine solche Entscheidung nicht dem Geschäftsführenden Ausschuss oder der Mitgliederversammlung vorbehalten ist.
Anregungen zur Änderung der Ruderordnung nimmt der Ruderausschuss gerne entgegen.

II. Inkrafttreten

Die Ruderordnung tritt am 10.11.2011 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Ruderordnung vom 01.04.2003 außer Kraft.

Der Geschäftsführende Ausschuss
Kiel, 09.11.2011