An der Kiellinie sind am Samstag (6.6.) 31 Mannschaften bei der Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ gestartet. Rund 120 Sportlerinnen und Sportler ruderten über 300 Meter für den guten Zweck. Mit den Spenden wird ein kostenloses Sportprogramm für Krebspatienten gefördert.

Die Sonne glitzert auf der Förde. An der Kiellinie tummeln sich Spaziergänger und Jogger. Kreuzfahrtpassagiere machen sich voller Vorfreude mit ihren Koffern auf den Weg zur „Aida Nova“ am Ostseekai. Es ist der perfekte Samstagvormittag. Doch rund 120 Sportlerinnen und Sportler haben andere Prioritäten als die Atmosphäre einzusaugen. Sie haben sich zwischen Reventloubrücke und Geomar für den guten Zweck versammelt. Sie gehen bei der Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ an den Start.
Zum 16. Mal finden die Ruderrennen an der Kiellinie statt. In diesem Jahr messen sich 31 Mannschaften über eine Distanz von 300 Metern, um sich für Menschen mit Krebserkrankungen einzusetzen. Mit den Spenden und Sponsorengeldern werden das kostenlose beziehungsweise stark vergünstigte Sportprogramm für Krebspatienten im Städtischen Krankenhaus sowie ein kostengünstiges Rudertraining bei der Rudergesellschaft Germania Kiel gefördert.
31 Teams bei „Rudern gegen Krebs“ in Kiel
Die 31 Teams setzen sich aus vier Ruderinnen und Ruderern zusammen. Auch das Pharmazieunternehmen Bristol Myers Squibb stellt ein Team. „Für uns ist die Teilnahme eine Herzensangelegenheit“, sagen Vivian Mohrenweiser und Christina Bünz. Da ihre Firma onkologische Medikamente herstellt, sei es naheliegend, dass die Mitarbeitenden bei „Rudern gegen Krebs“ starten.
„In anderen Städten sind wir bereits mitgerudert. In Kiel sind wir zum ersten Mal dabei“, sagen Mohrenweiser und Bünz. Von den Rahmenbedingungen sind sie begeistert. „Ort und Wetter könnten nicht besser sein.“
Oberbürgermeister Yilmaz eröffnet Regatta

Veranstaltet wird „Rudern gegen Krebs“ vom Städtischen Krankenhaus, der Stiftung Leben mit Krebs sowie dem Ersten Kieler Ruder-Club, der Rudergesellschaft Germania und dem Verband Kieler Schüler Rudervereine. Schirmherr ist der neue Oberbürgermeister Samet Yilmaz, der die Regatta eröffnete und gleich angekündigt hat, 2027 selbst ins Boot zu steigen und bei den Rennen mitzurudern.
Nach er Eröffnung legten die ersten Boote ab, um zur Startlinie vor dem Bootssteg zu fahren. Nach dem Startkommando nahmen die Boote die 300 Meter von der Rudergesellschaft Germania bis zu Ziellinie am Bootssteg des Ersten Kieler Ruder-Clubs mit kraftvollen Schlägen in Angriff bei idealen Wetterbedingungen mit viel Sonne aber kaum Wind. Oberbürgermeister Yilmaz ließ es sich nicht nehmen, im Boot Silberpfeil des Städtischen Krankenhauses beim 2. Vorlauf mit an den Start zu gehen.
Auf die Regatta hatten sich die Aktiven, die vor der 16. Auflage der Regatta noch nie in einem Ruderboot gesessen hatten, mit einem dreimaligen Training von den Kieler Rudervereinen und den Schülerruderriegen vorbeireiten lassen. Bis zum letzten Tag vor der Regatta waren in den vergangenen Wochen eine ganze Reihe von Vierer auf der Kieler Förde unterwegs.
In den ersten Vorlaufrennen mit jeweils vier Booten wurden die Ruderteams in Gruppen eingeteilt. Die beiden Erstplatzierten der jeweiligen Rennen starteten anschließend im Halbfinale der Könner, alle anderen im Halbfinale der Anfänger. Die Erstplazierten beider Gruppen durften dann in ihren jeweiligen Finalrennen um den Regattasieg kämpfen.
Die Schülerboote gingen im getrennten Rennen an den Start.
Regatta finanziert Sportprogramm am Städtischen Krankenhaus Kiel
Kraft schöpfen im doppelten Sinne – körperlich wie mental. Das ist auch das Ziel des Sportprogramms für Krebspatienten und Krebspatientinnen am Städtischen Krankenhaus in Kiel. Mit ihrer Teilnahme an der Benefizregatta unterstützen die Aktiven am Sonnabend genau dieses Angebot, das von Kursen zur funktionellen Bewegungstherapie über Pilates bis zu Aqua Fit, Entspannungstechniken und Physiotraining reicht. Dieses Sportprogramm richtet sich an alle Krebspatient:innen, unabhängig davon, in welcher Klinik sie behandelt wurden.
Die Aktion „Rudern gegen Krebs“ wurde vor über 20 Jahren von der Stiftung „Leben mit Krebs“ ins Leben gerufen. Inzwischen ist sie in rund 60 Städten in Deutschland vertreten. Die Regatta ist das Aushängeschild der Stiftung und hat dazu beigetragen, bundesweit Förderprogramme für Krebspatienten zu etablieren.
Die Regatta selbst finanziert sich größtenteils durch die Teilnahmegebühren pro Boot, Kuchenspenden und großzügigen Sponsoren und Spendern. Im vergangenen Jahr betrug die Spendensumme 21.000 Euro. Die Verantwortlichen hoffen 2026 auf ein ähnlich starkes Ergebnis. Die endgültige Summe für den guten Zweck steht im Herbst fest. „Dieses Engagement ist für uns und vor allem für unsere Patientinnen und Patienten von unschätzbarem Wert“, sagt SKK-Geschäftsführerin Nicole Schröder.
Die Ergebnisse
Schüler-Rennen
- Hebbelschule
- Max-Planck-Schule
- Humboldtschule
Finale Einsteiger
- Die Förde Warrior
- Wieder nach vorn
- Stiftungsstudies
Finale Könner
- Kumpell 3er+1
- Die Krebsretter
- Gabriels Krabbenkutter
Text: Steffen Müller, KN-Online, 6. Juni 2026
Bilder: Gunnar Dethlefsen